7. Tag / 18.11.2014

Coole Nacht, zum Sonnenaufgang wach, denn ich hatte zwei Optionen, erstens aufstehen oder zweitens meinen Bettnachbarn umbringen. Ich habe die erste Option gewählt.

Ansonsten lief der morgendliche Rythmus ab wie an den voran gegangenen Tagen, da ist sie wieder die Erfahrung einer Hotelanlage.

Das Abholen war zu einer christlichen Zeit und klappte gut.

Das Tagesprogramm heute waren die Cenoten von Yukatan. Wir waren gespannt und fragten uns – Cenoten, weltweit bekannter Superdivespot – was ist das überhaupt?

Unsere Begleiter (Tauchguides) am heutigen Tag waren Chris und Pascal,wie sich später heraus stellte – beide erfahrene Höhlentaucher.

Los ging’s, von der Basis in Playa del Carmen war’s eine kurze Fahrt, von der Hauptstraße rechts ab, ein Stück durch den Urwald (na ja zivilisierte Reste davon) und dann lag sie vor uns – die Cenote.

Quelle Wikipedia:

Cenotes (span. Plural) entstehen in Karstgebieten. Durch die Auflösung des Kalkgesteins bilden sich Höhlen und unterirdische Wasserläufe. Brechen die Decken dieser Höhlen ein, so entstehen Tagöffnungen (engl. Aston Collapse), die bis zum Grundwasser (Aquifer) reichen können. Die Maya betrachteten sie als Eingänge zur Unterwelt (xibalba) und nutzten sie häufig als religiöse Opferstätten.

… alles klar? – vor uns lag ein glasklarer See mit einem Kalkübersprung, sehr idyllisch anzusehen.

Pascal machte das Briefing – wir hörten Begriffe wie „Linie tauchen“, „Abstand halten“, „kein Tauchpertner“, „dunkel“, „wenn was ist holen wir euch innerhalb einer Minute raus“ und „Halokline“.

Trotz meiner nun doch schon 154 Tauchgänge machte sich in mir eine leichte Unruhe breit aber Respekt hat in solchen Situationen noch nie geschadet.

Die Tauchgruppen waren schnell gebildet – d.h. ein Guide plus maximal vier Taucher, der Guide vorn und der erfahrenste Taucher hinten. Wir waren bekanntlich zu fünft – also Jörg und Uwe bei Chris in der einen Gruppe und der Rest bei Pascal in der anderen Gruppe. Mir wurde die letzte Position in Pascal`s Gruppe übertragen.

Das Geröddel wurde zusammen gebaut, es ging über die Steintreppen ins Wasser, ein letzter Bubblecheck, die Unterwasserlampen an und der Daumen von Pascal ging nach unten – das Zeichen für uns abzutauchen.

7. Tauchgang / Cenote Pondarosa

… also runter und das was im Bild zu sehen ist, erwartete uns unten. Große Felsblöcke und Licht von oben. Das war aber schnell vorbei und der dunkele Schlund der Cenote nahm uns auf, unsere Lampen haben die unmittelbare Umgebung ausgeleuchtet. In Linie langsam über die Felsen hinweg, nicht anstoßen, auf Abstand achten und mit angewinkelten Knien ging es mit kleinen Froschschlägen (die Unterschenkel im 90°Winkel) voran. Unter uns die Führungsleine, dünn, gelb aber gut sichtbar. Geplant waren maximal 50 Minuten bzw. bei 140 bar sollte es zurück gehen. Der beleuchtete Tauchcomputer und das Finimeter waren ständig im Blick – angespannt konzentriert aber trotzdem voller Faszination lief der Tauchgang.
Ab und zu war im Deckenbereich das Tageslicht zu sehen, das beruhigte, denn dort war ein Ausgang und demnach Luft.
Nach 7 Minuten ein Zeichen von Junior – über Wasser löste sich das Problem auf – für unseren Dicken war das nichts, Pascal nahm ihn hinter sich und Junior hat mit Bravur den Tauchgang beendet.
Ich hatte nun den nervösen Theo vor mir, anstatt in der Linie zu tauchen, schoss Theo, soweit es der Querschnitt des Ganges zuließ, wie ein Flaschenteufel von oben nach unten und zurück. Anstrengend bei der eingeschränkten Sicht. Theo war neugierig und musste in jede Spalte leuchten.
Nun ja nach knapp 45 Minuten wurde es wieder hell und wir hatten den Ausgang erreicht.
Eine schöne Erfahrung!
Jörg und Uwe sind auch aufgetaucht, perfekt. ?

Eintrag im Logbuch: 48`bei max. 11,8 m

Eine kleine Mittagspause bei einem leckeren Snack folgte, die Sachen wurden verpackt und es ging zum nächsten Spot.

8. Tauchgang / Cenote Taj Mahal

… leider hat sich die Sonne verzogen, es war grau am Himmel und die beiden Youngster waren raus. Junior und Theo hatten ihre Erfahrung gemacht und mochten nicht mehr, mein Respekt haben sie – auch in der Gruppe darf man mal „nein“ sagen, wenn einem die Sache nicht gefällt.
Bei mir hatte sich die Anspannung gelegt, wir drei Oldies freuten uns auf einen gemeinsamen Tauchgang.
Die Cenote Taj Mahal lag tiefer, der Einstieg im Felsen unter Bäumen, die Sonne fehlte – es war ein dunkles Loch.

Klamotten an und rein. Bubblecheck, Lampen klar und runter. Reihenfolge der Linie – Pascal, ich, Jörg und Uwe (entsprechend der Anzahl der gelogten Tauchgänge).
Gleich nach den ersten Flossenschlägen – stockdunkel, unsere Lampen an den Kameras (1200 Lumen) machten sich bezahlt und leuchteten die Unterwassersäale fast taghell aus.
Dieser Tauchgang war ein hoch und runter, das Tauchprofil in dieser Cenote lag zwischen 2 und 12 Metern.
Ab und an klapperte es, ein Zeichen dafür, dass der Tank an die Decke geknallt ist.
Diese Cenote war viel dunkler als die Pondarosa, nun ja – nichts für Uncoole.
Fotos unter Wasser waren schwierig aber die Videos wurden schön.
Nach ca. 45 Minuten wurde es hell, der Ausstieg war erreicht und es ging raus.
Glücklich und froh! ? ?



Zum Schluss meinte Pascal, dass diese Cenote, weil sie keinen Zwischenausstieg hat, schon fast wie eine Höhle wäre.

Hätte ich das vorher gewusst, ich bin mir nicht sicher, ob ich dabei gewesen wäre.

FÜR MEINE FRAU – WIR WAREN ZU KEINER ZEIT IN GEFAHR. ?

Eintrag im Logbuch: 44`bei max. 14,2 m

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